Dienstag, Oktober 4, 2022
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Delbrück: 500 Meisen-Nistkästen für die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners

Der Eichenprozessionsspinner (EPS) vermehrt sich seit Jahren auch im Delbrück Land weiter: Die Zahl in 2021 stieg auf 250 Nester rasant an. Obwohl die fachgerechte Entfernung durch den städtischen Bauhof erfolgte, wird er sich weiterverbreiten und für Probleme sorgen.

„Auch in diesem Frühjahr werden die Eichenprozessionsspinner mit ihren Brennhaaren wieder unsere Region befallen. Deshalb hat sich der Bauhof der Stadt Delbrück Gedanken gemacht, wie man diesen Plagegeistern begegnen kann. Da Meisen die natürlichen Fressfeinde der Raupen sind, haben wir nun in den letzten Wochen eine Vielzahl von Meisen-Nistkästen gebaut. Jeder Ortsteil erhält über die Heimatvereine 50 Meisen-Nistkästen, die dann vor Ort im Dorf verteilt oder auch direkt angebracht werden“, hofft Christian Stamm, Bauhofleiter der Stadt Delbrück, dass die Meisen schnell in das neue Zuhause einziehen und zu brüten beginnen werden.

Informationen zum Eichenprozessionsspinner

Der Eichenprozessionsspinner kommt an allen Eichen-Arten vor. Befallen sind meist freistehende, ältere Bäume am Waldrand, auf Feldern oder Wiesen. Zu erkennen sind derzeit die mit Raupen und Larvenhäuten gefüllten Gespinstnester am oberen aber auch unteren Baumstamm. Die Raupenhaare können bei Körperkontakt eine akute gesundheitliche Gefährdung für den Menschen darstellen.

Zu den Symptomen gehören lokale Hautausschläge, die sich in punktuellen Hautrötungen, leichten Schwellungen, starkem Juckreiz und Brennen äußern. Häufig bilden sich Qaddeln am ganzen Körper. Reizungen an Mund und Nasenschleimhaut durch Einatmen der Haare können zu Bronchitis, schmerzhaftem Husten und Asthma führen. 

Die Stadt Delbrück rät deshalb zu folgenden Vorsichtsmaßnahmen bei einem festgestellten Befall:

  • Grundsätzlich die Befallstelle meiden
  • Raupen und Gespinste nicht berühren
  • Sofortiger Kleiderwechsel und Duschbad mit Haarreinigung nach Kontakt mit Raupenhaaren
  • Empfindliche Hauptbereiche (z.B. Nacken, Hals, Unterarme) schützen
  • Auf Holzernte- oder Pflegemaßnahmen verzichten, solange Raupennester erkennbar sind
  • Bei Auftreten von allergischen Symptomen den behandelnden Arzt oder Hautarzt aufsuchen
  • Bekämpfung wegen gesundheitlicher Belastung und spezieller Arbeitstechnik nur von Fachleuten durchführen lassen.

Vorrangig muss eine Bekämpfung aus gesundheitlichen Gründen dort in Erwägung gezogen werden, wo Menschen durch die Gifthaare gefährdet sind wie im Bereich von Kindertageseinrichtungen oder auch Spielplätzen. Diese kontrolliert der Bauhof der Stadt Delbrück in regelmäßigen Abständen. Sollte hier und auf öffentlichem Gelände ein Befall mit Eichenprozessionsspinnern vorgefunden werden, so wird sich der Bauhof der Stadt Delbrück um die Bekämpfung kümmern. Mit Hilfe eines Spezialsaugers und der entsprechenden Schutzkleidung werden die Nester abgesaugt.

Zuständig zur Abwehr der Gesundheitsgefahr auf öffentlichem Gelände ist die Stadt Delbrück, bei Privatgrundstücken die Eigentümer. Privatpersonen sollten dabei jedoch nicht zum Mittel der Selbsthilfe greifen und für die Beseitigung der Schädlinge ein Fachunternehmen beauftragt werden. Die Stadt Delbrück ruft alle Bürgerinnen und Bürger auf, wachsam zu sein und Nester von Eichenprozessionsspinner im öffentlichen Straßenraum an den Bauhof der Stadt Delbrück, Anja Tepper, Telefon 05250 976-651, E-Mail anja.tepper@stadt-delbrueck.de, zu melden.

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