Freitag, September 30, 2022
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EU-Austauschschüler gewinnen Einblicke in duales Ausbildungssystem

Berufskolleg Schloß Neuhaus führt internationale Projektwoche durch

Kreis Paderborn. Für die Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs Schloß Neuhaus ist der wöchentliche Schulbesuch Alltagsgeschehen. Bekannt sind Mitschüler, Kurse, Arbeitsgruppen und Projekte. Für 18 Jugendliche und sechs begleitende Lehrerkräfte aus Italien, Spanien und Polen war ein kürzlich stattgefundener Besuch am Berufskolleg Schloß Neuhaus (BKSN) aber alles andere als gewöhnlich. Das BKSN fungiert als koordinierende Schule im Erasmus+-Projekt unter dem Thema „Migration in der EU – Chance oder Bedrohung?“ und organisierte eine spannende Projektwoche. So ging es in der Woche in Paderborn um die Frage der beruflichen Integration von Migranten. Diesbezüglich hatten die Organisatoren des deutschen Workshops um Projektleiterin Dr. Ursula Olschewski ein anspruchsvolles Programm ausgearbeitet. Die Gäste interviewten am ersten Tag mehrere Schülerinnen und Schüler aus der Internationalen Flüchtlingsklasse und tauschten sich aus. „Derartige Klassen sind in Italien, Spanien und auch in Polen nicht bekannt“, erklärt Norbert Damke, stellv. Schulleiter des Berufskollegs Schloß Neuhaus. Er erläuterte auch die Hintergründe dieses Klassenmodels. Erst kürzlich sei zur Unterstützung und zum berufsschulischen Einstieg in Deutschland eine spezielle Klasse für Ukrainer eingerichtet worden. „Anfang Juni wird es eine weitere Klasse für junge Ukrainer im Alter von 16 bis 18 Jahren geben“, so Damke. 

„Junge Menschen sind Brückenbauer in Europa“, betonte der stellv. Landrat Hans-Bernd Janzen, der zur Begrüßung der internationalen Gäste ins Neuhäuser Berufskolleg gekommen war. Es sei von äußerster Wichtigkeit, die kommenden Generationen immer wieder auf´s Neue für ein friedliches Europa zu sensibilisieren. „Veranstaltungen wie diese sind notwendig um – gerade in diesen schwierigen Zeiten – das gegenseitige Verständnis für ein geeintes Europa wachzuhalten“, verdeutlichte Janzen.

„Wo soll die berufliche Reise eigentlich hingehen?“, diese Frage, stellt sich jeder Jugendliche auf dem Weg zum Erwachsenwerden. Deshalb umfasste ein wichtiger Block im Rahmen der Projektwoche auch die berufliche Integration. „Potentialanalyse“, so lautet in diesem Zusammenhang ein wichtiges, fachliches Zauberwort, das die Teilnehmenden im Rahmen ihres Besuches kennenlernten und mit Leben füllten. Auf der Basis von zu ermittelnden individuellen Kompetenzprofilen erarbeiteten sie im Rahmen einer persönlichen Potentialanalyse Empfehlungen für bestimmte Berufsfelder. Unterstützt wurden sie dabei von der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW), deren Leiter Christoph Hussmann Materialien und Mitarbeitende zur Umsetzung zur Verfügung stellte. 

Einen echten Einblick in unterschiedliche Berufszweige – live und in Farbe – ermöglichten schließlich Virginia Miracco und Olga Marks von der Kreishandwerkerschaft. Sie führten die Jugendlichen durch die Werkstätten des Zimmerer-, Metall- und Baubereichs im tbz. Auch ein Besuch bei den Firmen DAF Schmidt, Automobile Hillebrand Kfz und Etisa Elektro Technik Industrie Service e.K. standen auf der Agenda, um dort Interviews zum Thema Integration von Zugewanderten zu führen. Abgerundet wurde die Woche durch einen Besuch auf der Wewelsburg, wo Museumspädagoge Reinhard Fromme einen Workshop zur Konzeption von Ausstellungen und die wirkungsvolle Präsentation anbot. 

Deutschland war nur ein Zwischenstopp auf der außergewöhnlichen Reise der Schülerinnen und Schüler. Denn in den fünf Projektwochen werden sie neben Deutschland noch Polen, Italien und Spanien bereisen, um in Workshops vor Ort zu den unterschiedlichen Aspekten rund um das Thema „Migration in der EU“ zu arbeiten. Vom Berufskolleg Schloß Neuhaus reist eine Projektklasse mit 20 Schülerinnen und Schülern in die beteiligten Länder.

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