Montag, Oktober 3, 2022
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Gegen Rechtsextremismus und Rassismus im Kreis Paderborn

Vortrag, Workshops und Infostände am Samstag, 19. März zwischen 10 – 16 Uhr im Burgsaal der Wewelsburg: Das Kreismuseum Wewelsburg beteiligt sich mit einem „Markt der Möglichkeiten“ an den Aktionswochen gegen Rassismus

Kreis Paderborn (krpb). Beim „Markt der Möglichkeiten“, am Samstag, 19. März von 10 bis 16 Uhr, stellen sich zahlreiche Organisationen, Vereine und Initiativen vor, die sich im Kreis Paderborn gegen Rassismus und Rechtsextremismus engagieren und für gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzen. Gäste des Marktes können sich im Burgsaal der Wewelsburg an Infoständen informieren und Kontakte knüpfen. In einem Vortrag und verschiedenen Workshops wird theoretisches und praktisches Wissen zum Umgang mit Rechtsextremismus und Rassismus vermittelt. Sowohl der Eintritt zum Markt der Möglichkeiten als auch die Teilnahme an den Workshops sind kostenlos.

Der Historiker und Fantasy-Experte Hermann Ritter hat sich durch Berge von Science Fiction, Krimis und Fantasy gelesen. „Es gibt Dinge da draußen, die einen den Kopf schütteln lassen“, sagt er. Ob Wissen aus dem Rückenmark, Echsenwesen als geheime Weltherrscher oder Hitler auf der Venus: In seinem Vortrag „Die Weltregierung tagt auf der Venus“ stellt er Themen aus den Bereichen Verschwörungstheorien und Esoterik vor, die derzeit wieder Hochjunktur haben. Ritter kündigt eine „Achterbahnfahrt durch die Gipfel und Abgründe unterhaltsamer, abstruser und gefährlicher Theorien an, in der Hoffnung auf Mitarbeit und Diskussion mit und im Publikum“.

In dem Workshop „Die extreme Rechte zwischen Klimawandelleugnung und Klimanationalismus“ von Steffen Pabst von der Fachstelle Radikalisierungsprävention und Engagement im Naturschutz werden die Argumentationsschienen von extrem rechten Aktivisten erläutert: Entweder bestreiten sie den menschlich gemachten Klimawandel oder sehen die Ursache für die Klimakatastrophe im „Bevölkerungswachstum des globalen Südens“. Je nach Zielgruppe werden unterschiedliche Strategien gefahren. Dazu zählt beispielsweise auch die antisemitische Verschwörungserzählung einer im Verborgenen operierenden (jüdischen) Elite. Gleichzeitig bemühen sich die antidemokratischen Kräfte mit Argumenten des Natur- und Artenschutzes um Windkraftgegnerinnen und Windkraftgegner.

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Gegen Rechtsextremismus und Rassismus im Kreis Paderborn: Infostände und Workshops am Samstag, 19. März zwischen 10 – 16 Uhr im Burgsaal der Wewelsburg
Das Kreismuseum Wewelsburg beteiligt sich mit einem „Markt der Möglichkeiten“ an den Aktionswochen gegen Rassismus. 
„Markt der Möglichkeiten“ im Frühjahr 2018. (Foto: Kreismuseum Wewelsburg)

Die Frauen- und Queerfeindlichkeit extremistischer Täter hat im Nachgang der rechtsextremistischen und islamistischen Anschläge in Dresden, Halle, Hanau Christchurch bzw. Orlando erstmals größere Aufmerksamkeit erregt. Im Workshop „Mit Nationalstolz gegen Pride – Queerfeindlichkeit im Rechtsextremismus“ der Sexualpädagogin Christina Vetter von der Agentur für ZwischenMenschlichkeiten werden Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit vorgestellt. Die Referentin möchte zudem gemeinsam mit den Gästen der Frage nachgehen, was gegen Queerfeindlichkeit unternommen werden kann und „wie wir Zusammenhalt und Solidarität“ zeigen.

„Fake News und Verschwörungsmythen überschwemmen uns wie nie zuvor“, sagt Matthias Zimoch von der Servicestelle Antidiskriminierungsarbeit. Das Internet und die sozialen Medien ermöglichen und erleichtern es, solche Inhalte einer breiten Masse nahezubringen. Im Workshop „Goldener Aluhut – Von der Hoax zum Verschwörungsmythos“ mit Zimoch geht es darum, wie man damit umgeht: Entscheidend ist, ihre Unterschiede zu kennen, auf was sie abzielen und wie man sie widerlegen kann.

Vorstellungen von Identität und Heimat dominieren mal mehr mal weniger subtil aktuelle Diskurse um Integration und Rassismus, färben sie ein und prägen sie maßgeblich. „Dabei wird vorausgesetzt, dass alle wissen, was das eine oder andere sei und sich dazu in irgendeiner Form positioniert haben“, sagt der Künstler Dean Ruddock. In dem Workshop „Woher kommst du – Wohin gehst du? Gemeinsames Nachdenken über Identität und Heimat“ möchte Ruddock diese Selbstverständlichkeit in Frage stellen. Gemeinsam mit den Teilnehmenden, begleitet durch künstlerische Methoden und Übungen der politischen Bildung, möchte er den Fragen nachgehen: Was ist eigentlich Heimat? Was ist meine Identität? Wie exklusiv sind diese Konzepte?

Interessierte sind zum Markt der Möglichkeiten herzlich eingeladen. Aktuell ist ein 3G-Nachweis (ab 18 Jahren) Voraussetzung für die Teilnahme. 

Der „Markt der Möglichkeiten“ findet im Rahmen der „Aktionswochen gegen Rassismus“ statt. Bei verschiedenen Veranstaltungen und in den sozialen Medien soll zwischen dem 14. und 27. März auf das Problem Rassismus aufmerksam gemacht und Handlungsmöglichkeiten dagegen aufgezeigt werden.

Das komplette Programm und weitere Informationen zu der Veranstaltung:https://www.vielfalt-lieben.de.

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