Dienstag, Oktober 4, 2022
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Gregor-Mendel-Berufskolleg feiert 100-jähriges Bestehen

Interessierte sind am 18. Juni von 10-14 Uhr zum Jubelfest eingeladen

Kreis Paderborn (krpb). Dass aus einer anfänglichen Idee mit viel Einsatz, Überzeugungskraft und Engagement etwas Großes werden kann, das zeigt die Geschichte des kleinsten Berufskollegs des Kreises Paderborn. Seit nunmehr 100 Jahren qualifiziert ein fachliches Expertenteam am Gregor-Mendel-Berufskolleg tagtäglich Schülerinnen und Schüler auf dem Agrar-, Bio- und Umwelttechniksektor und begleitet die jungen Menschen auf ihrem Weg ins Berufsleben. Die Idee zur Gründung dieser Schule war die Fachbildung im Gartenbau, um der wachsenden Konkurrenz durch holländische Importe in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts zu begegnen.

Den 100. Geburtstag feiern die Schülerinnen, Schüler und das Lehrerkollegium des Berufskolleg am kommenden Samstag, den 18. Juni von 10 bis 14 Uhr mit einem großen Fest in der Bleichstraße in Paderborn.

Gregor-Mendel-Berufskolleg feiert 100-jähriges Bestehen (1)
Landrat Christoph Rüther (links) gratuliert Schulleiter Franz-Josef Meyer und seiner Stellvertreterin Genia Philipper zum 100. Jubiläum des Gregor-Mendel-Berufskollegs. Der Behördenleiter bringt das Geschenk direkt persönlich mit.

„Wir laden alle Interessierten ein, an diesem Tag einen Blick hinter unsere Schultüren zu werfen und uns dabei auch persönlich kennenzulernen“, freut sich Schulleiter Franz-Josef Meyer auf einen besonderen Tag. „Aber auch unsere Ehemaligen sind herzlich eingeladen, zu schauen, was aus ihrer Schule in den vergangenen Jahrzehnten geworden ist“, betont Genia Philipper als neue stellvertretende Schulleiterin.

Landrat Christoph Rüther schaute bereits im Vorfeld des Festtages an der Schule vorbei. Als Jubiläumsgeschenk hatte er vier große Sonnenschirme im Gepäck. „Ich weiß, wie gern Sie im Freien unterrichten, das schöne Gelände lädt einfach dazu ein“, so Rüther. Bestimmt kommen die Schirme schon am Wochenende zum ersten Einsatz. Die Wetterprognosen stehen gut.

„Unser Bereich hat Sinn und Zukunft, ist absolut notwendig und wichtig “, wirbt Meyer für „sein“ Berufskolleg, das heute von rund 450 Schülerinnen und Schülern und ca. 20 Lehrkräften täglich besucht wird. „Wir alle schätzen die Atmosphäre und die Vorzüge einer kleinen, familiären Schulgemeinschaft mit Charme, Witz und Know How“, ergänzt Philipper.

Was in einem Raum im Dachgeschoss der Mittelschule in der Schulstraße begann, wurde mit Zunahme interessierter Schülergruppen an unterschiedlichsten Stellen weitergeführt. So zum Beispiel in der Privathandelsschule Trelle an der Neuhäuser Straße, bis diese 1944 den Luftangriffen zum Opfer fiel. Die Verantwortlichen wichen zuerst in den großen Sitzungssaal des Kreishauses aus, doch fand der Unterricht schon bald im Luftschutzkeller statt. Nach den Kriegswirren wurde die Ausbildung an der gartenbaulichen Berufsschule in Holzbaracken wieder aufgenommen, die von den Lehrlingen selbst aufgebaut wurden.

„Wir bauen Tomaten an“ oder „Wir züchten, mästen und verarbeiten Hähnchen“ stand zwischenzeitlich auch mal auf den damaligen Stundenplänen. Denn auch die ländliche Hauswirtschaft wurde zeitweise beschult.

Seit Ende der 60er Jahre werden nicht nur angehende Landwirte, Gärtner und Floristen qualifiziert, sondern auch junge Menschen vor und nach einer Ausbildung weitergebildet. Dazu wurde 1970 ein neues Gebäude an der Bleichstraße geschaffen. „Die Einrichtung der Fachoberschule war ein entscheidender Schritt. Sie eröffnet bis heute vielen Menschen mit Herz für den grünen Bereich alle nur denkbaren berufliche Möglichkeiten“, so Schulleiter Meyer.

2012 erhielt die Schule einen zeitgemäßen multifunktionalen Anbau. Gleichzeitig wurde die gesamte Außenfassade energetisch saniert und das Außengelände zu einem modernen Lehrgarten umfunktioniert.

„Ohne grün wird´s grau“, unter diesem Schulmotto nimmt die Schule seit einigen Jahren verstärkt auch den Nachhaltigkeitsaspekt in den Blick und hat sich dem Netzwerk „Schule der Zukunft – Bildung für nachhaltige Entwicklung“ angeschlossen.

„Bei uns können junge Menschen Natur erleben, Technik begreifen, Wirtschaft verstehen und Nachhaltigkeit bedenken“, so der Schulleiter, der auf eine 100-jährige Schulgeschichte in einem immerwährenden Strukturwandel zurückblickt.

Die Gäste des Jubiläumstages erhalten einen Einblick in historische und zeitgemäße Land- und Gartentechnik. Außerdem können sie sich freuen auf unterschiedliche Aktionen, wie z.B. eine Tombola und Livemusik. Für das leibliche Wohl ist mit Spanferkelbraten und Käsespezialitäten ebenfalls gesorgt.

Wenn auch die Freude an diesem Tag überwiegt, so wird auch an die gedacht, die es derzeit nicht so einfach haben. So sammelt die Schule an diesem Tag

Spendengelder für Menschen in Madagaskar und Syrien. Darüber hinaus werden bis zum 24. Juni noch Kleingeräte für ein Selbstversorgungsprojekt von Flüchtlingen in Bosnien-Herzegowina gesucht.

Weitere Infos erhalten Interessierte unter: www.gmbk.de

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