Sonntag, Oktober 2, 2022
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Monumenta – Erinnerungsorte zwischen Weser und Lippe

Sonderausstellung noch bis zum 11. September im Kreismuseum Wewelsburg, Eintritt frei

Büren / Wewelsburg. Mit Erinnerung Identität stiften – das war das zentrale Anliegen der „Monumenta Paderbornensia“. Fürstbischof Ferdinand von Fürstenberg schrieb 1669 ein umfassendes Geschichtswerk, das sich auf ganz besondere Art mit der Geschichte des Bistums Paderborn sowie der angrenzenden Herrschaften Lippe und Herzogtum Westfalen befasste. In 24 Kapiteln beschreibt er Orte, Landschaften und Ereignisse des Landes zwischen Weser und Lippe und setzt ihnen damit literarische Denkmäler. Mit der „Monumenta“ schrieb Ferdinand die Kulturlandschaft dieser Region in das Gedächtnis der Leser und damit auch in das kulturelle Gedächtnis dieser Region. Denn das Werk prägt bis heute die Erinnerung vieler Orte. „Es ist spannend zu verfolgen, welche Orte und Landschaften Ferdinand von Fürstenberg zur Legitimation seiner Macht und Würde ausgesucht hat und welchen Bedeutungswandel diese historischen Orte in den folgenden Jahrhunderten bis heute durchlaufen haben. Noch heute sind wir in unserer Erinnerung an manche Orte von seiner Auswahl geprägt“, so Museumsleiterin Kirsten John-Stucke. „Die Ausstellung ist für alle Besuchergruppen geeignet, denn die Fragen nach Identität und ‚Was wird erinnert‘ sind für uns heute auch immer noch aktuell.“ Die Sonderausstellung „Monumenta – Erinnerungsorte zwischen Weser und Lippe“ ist noch bis zum 11. September im Burgsaal der Wewelsburg während der Öffnungszeiten des Kreismuseums in Büren-Wewelsburg zu sehen. Der Eintritt ist frei!

Im Kreismuseum Wewelsburg stehen drei Zeitschichten im Mittelpunkt der Darstellung: Wie wurden die ausgewählten regionalen Erinnerungsorte in der Zeit der Entstehung und frühen Verbreitung der Monumenta Paderbornensia im 17. / 18. Jahrhundert wahrgenommen? Welchen Bedeutungswandel erfuhren die Orte und Themen der Monumenta zur Zeit der deutschen Übersetzung im 19. Jahrhundert vor dem Hintergrund der zeitgenössischen Diskussionen um das Wesen und die Gestalt der deutschen Nation? Und auf welche Weise haben die Nationalsozialisten im 20. Jahrhundert versucht, sich viele der beschriebenen Erinnerungsorte im Rahmen ihrer rassistischen Ideologie buchstäblich anzueignen?

Gezeigt werden zeitgenössische Ansichten aus der Zeit Ferdinands von Fürstenberg mit Ort- und Landschaftsbildern der vergangenen Jahrhunderte, darunter Gemälde der Künstlerfamilien Kohlschein aus Warburg und Lucas aus Paderborn. Die Autorin und Fotografin Annette Fischer hat eine Fotodokumentation angefertigt, um die aktuelle Sicht auf die Erinnerungsorte wiederzugeben. Zahlreiche wertvolle Originalobjekte aus den Sammlungen der Museen, aber auch Leihgaben aus Privatbesitz, Kunstsammlungen, Bibliotheken und Museen werden in der Ausstellung gezeigt.

Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt des Kreismuseums Wewelsburg, dem Stadtmuseum Paderborn und dem Jacob Pins-Forum in Höxter. Für das Kreismuseum Wewelsburg ist Markus Moors, stellvertretender Museumsleiter und hervorragend vernetzt in der Region, als wissenschaftlicher Kurator verantwortlich. Wissenschaftlich unterstützt wurde er von Frank Huismann aus Detmold und Daniel Gödde, dem wissenschaftlichen Volontär des Kreismuseums. Inhaltlich beteiligt an dem Projekt sind auch der Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abt. Paderborn sowie die Universität Paderborn. Gefördert wird das Kooperationsprojekt vom Land NRW, Regionale Kulturpolitik, von der LWL Kulturabteilung, der Sparkassenstiftung und den Fördervereinen des Kreismuseums Wewelsburg und dem Stadtmuseum Paderborn.

Innovativ an diesem Ausstellungsprojekt ist der Ansatz, die Ausstellung nicht wie sonst üblich nacheinander zu zeigen, sondern gleichzeitig an drei Orten mit drei unterschiedlichen Themenschwerpunkten, die aus den jeweiligen Ausstellungsorten abgeleitet werden. Inhaltlich wurden die aus den 24 Kapiteln der „Monumenta“ ausgewählten Orte und Landschaften auf die Orte verteilt. Somit wird der Besuch aller drei Ausstellungsorte zu einer Reise durch die kulturgeschichtlich gedeutete Landschaft Westfalens.

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