Dienstag, Oktober 4, 2022
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Selbsthilfe macht stark

Ausstellung zum Projekt „#gemeinsam.laut.stark – Selbsthilfe zeigt Gesicht“ noch bis zum 29. September im Paderborner Kreishaus

Kreis Paderborn. „Zu wissen, man ist nicht allein, sich gegenseitig Mut machen und jemanden haben, der zuhört und versteht, das ist für uns Selbsthilfe!“ Sätze wie dieser sind derzeit im Paderborner Kreishaus großflächig auf 16 Roll-Up-Aufstellern zu lesen. Sie zeigen im Rahmen einer Ausstellung einen Querschnitt der Themen, über die sich Menschen in Selbsthilfegruppen austauschen.

Das Leben steckt voller Herausforderungen. Besonders in schwierigen Lebenssituationen hilft es, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen. Mehr als 140 Selbsthilfegruppen gibt es derzeit im Kreis Paderborn. Ob zu psychischen und chronischen Erkrankungen, Behinderungen, Sucht oder sozialen Themen. Und das ist gut so. Denn schon allein die Hürde zu nehmen und sich einzugestehen, chronisch krank zu sein und Hilfe zu brauchen, ist schwer. „Ich bin heilfroh, dass ich den Schritt gewagt habe. Alleine hätte ich es nicht geschafft“, erzählt eine Betroffene. Im Paderborner Kreishaus bekommen Menschen wie sie nun ein Gesicht.  

„#gemeinsam.laut.stark – Selbsthilfe zeigt Gesicht“ unter dieser Überschrift entstand in den Jahren 2019 und 2020 auf Initiative die Selbsthilfe-Kontaktstelle Kreis Paderborn und in Zusammenarbeit mit Vertretern der Selbsthilfegruppen im Kreis Paderborn die Ausstellung „Selbsthilfe macht stark“. Da ein Ausstellen der Plakate coronabedingt in den letzten Jahren unmöglich war, nutzte die Kontaktstelle nun die bundesweite „Aktionswoche Selbsthilfe 2022“, um über diese wichtige Arbeit zu informieren. Noch bis zum 29. September kann die Ausstellung zu den gewöhnlichen Öffnungszeiten im Paderborner Kreishaus besichtigt werden.  

„In Selbsthilfegruppen kommen Menschen zusammen, die in ähnlichen Lebenssituationen sind und sich zu ihrem Thema austauschen wollen“, erklärt Hanna Bielefeld von der Selbsthilfe-Kontaktstelle Kreis Paderborn als Mitorganisatorin der Ausstellung. Jeder Mensch hat seine Geschichte. Das Gefühl, damit aber nicht allein sein zu müssen, gebe Kraft, besser mit der eigenen Situation umzugehen, betont Bielefeld. „Ein Weg, egal ob schwer oder leicht, lässt sich gemeinsam immer einfacher gehen“, betonte im Rahmen der Ausstellungseröffnung auch der stellv. Landrat Hand-Bernd Janzen, der selbst im Vorstand des BDH – Bundesverbandes Rehabilitation im Kreisverband in Paderborn tätig ist. Es erfordere Mut, nach Hilfe zu fragen, so Janzen. 

Die Statistik zeigt: Immer mehr Menschen nutzen das Angebot der Selbsthilfegruppen. 1.557 Anfragen und damit 106 mehr als im Vorjahr verzeichnete die Kontaktstelle im Jahr 2021. 37% der Anfragen bezogen sich auf Themen psychischer Erkrankungen, an erster Stelle die Depressionen. Am zweihäufigsten meldeten sich pflegenden Angehörigen, die den Austausch suchten. Auch Themen wie Ängste, Einsamkeit und seelische Gesundheit nehmen zu. „Das veraltete Bild der Selbsthilfe, nur im Stuhlkreis zu sitzen und Leid zu klagen, bricht glücklicherweise immer mehr auf“, so die Verantwortlichen. „Die Gemeinschaft gibt uns Sicherheit und Zuspruch im Umgang mit der Erkrankung. Gemeinsam können wir auch lachen und Freude haben“, erklären beispielsweise die Mitglieder der Paderborner Selbsthilfegruppe für Herzkranke und ihre Angehörigen.

Die Ausstellung wurde gefördert durch die AOK NordWest und kann über die Kontaktstelle für Veranstaltungen und Aktionen ausgeliehen werden.

Informationen zur Ausstellung gibt die Selbsthilfe-Kontaktstelle Kreis Paderborn, Bleichstraße 39a in 33102 Paderborn unter der Telefonnummer 05251 878 29 60 oder per E-Mail: selbsthilfe-paderborn@paritaet-nrw.org.

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