Dienstag, Oktober 4, 2022
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VHS Paderborn: Nachhaltig in die Zukunft mit der Volkshochschule

Paderborn. Im Jahr 2015 hat die Weltgemeinschaft die Agenda 2030 mit 17 Nachhaltigkeitszielen verabschiedet. Die Agenda ist ein Fahrplan für die Zukunft. Mit der Agenda 2030 will die Weltgemeinschaft ein menschenwürdiges Leben ermöglichen und dabei gleichsam die natürlichen Lebensgrundlagen dauerhaft bewahren. Dies umfasst ökonomische, ökologische und soziale Aspekte. Die Regierungen weltweit, aber auch die Zivilgesellschaft, die Privatwirtschaft und die Wissenschaft sind aufgefordert, ihr Tun und Handeln danach auszurichten. Jetzt ist Halbzeit und bis zur Erreichung der globalen Nachhaltigkeitsziele im Jahr 2030 bleiben nur noch 7,5 Jahre. Aber auch weiterhin stehen noch viele gesellschaftspolitische und globale Fragestellungen offen, denen im Rahmen der digitalen Veranstaltungsreihe „Stadt. Land. Welt – Web“, einem Angebot des Deutschen Volkshochschulverbandes, nachgegangen werden soll. Die Veranstaltungen sind kostenlos und über das Kursbuchungssystem der Volkshochschule Paderborn buchbar. Der Zugangslink wird den Teilnehmenden zeitnah zur Veranstaltung zugeschickt. 

Aktuell können Interessierte an drei Veranstaltungen partizipieren. Los geht es am Mittwoch, 30. März, um 19 Uhr mit dem Vortrag der Volkswirtin und Historikerin Friederike Habermann zum Thema „Klimakrise und Gemeinwohl: Klassische Tragödie oder modernes Happy End?“. Nachgegangen wird dabei der Frage, wie wir wirtschaften müssen, um eine Zukunft zu haben. Wenn wenige ein gemeinschaftliches Gut zum Nachteil aller ausbeuten, spricht man von der Tragödie des Gemeingutes. Mit nichts anderem haben wir es bei der der Klimakrise, dem Artensterben und der Krise der globalen Gerechtigkeit zu tun. Aus Profitgier wurden die Grenzen des Planeten und der Menschlichkeit überschritten und nur eine Minderheit hat bisher davon profitiert. Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen steuern dem nun entgegen. Aber kann es noch gelingen, die Tragödie aufzuhalten? 

Unter dem Titel „Kleider machen Leute“?! – Der wahre Preis der Billigmode“ beschäftigen sich Dr. Gisela Burckhardt, Vorstandsvorsitzende FEMNET e.V. und Christina Fischer, stellvertretende Referatsleitung Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungen des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung am Mittwoch, 27. April, um 19 Uhr mit der Bekleidungsindustrie und ihren Auswirkungen auf Mensch und Umwelt. „Fast Fashion“ bezeichnet im Allgemeinen Kleidung, die billig hergestellt und verkauft wird, damit wir möglichst häufig neue Kleidung kaufen können. Im Rekordtempo machen große Modeketten Kleidung zu günstigen Preisen für alle verfügbar, und Mode entwickelt sich für viele Menschen in Deutschland zur mehrmals jährlich austauschbaren Ware. Die ständige Überproduktion von billiger Kleidung und das Streben nach Gewinnmaximierung von globalen Modeunternehmen haben insbesondere für die textilproduzierenden Länder wie Bangladesch soziale Folgen für die Menschen. Aber auch die Entsorgung von Billigkleidung in Ländern des Globalen Südens ist ein ökologisches Problem. Doch wie kann nachhaltiger Konsum vor diesem Hintergrund einen Beitrag für soziale und umweltmäßige Gerechtigkeit liefern? 

Den Abschluss der Veranstaltungsreihe bildet der Vortrag „Globale Partnerschaften für ein gerechtes Miteinander – Wunschtraum oder wirklicher Lösungsansatz?“ von Prof. Dr. Klaus Helling, Umwelt-Campus Birkenfeld der Hochschule Trier und Barbara Mittler, Entwicklungspolitisches Landesnetzwerk Rheinland-Pfalz. Er findet am Mittwoch, 11. Mai, um 19 Uhr statt. Im Mittelpunkt stehen Fragen wie etwa: Wie kann die Globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung mit Leben gefüllt werden? Mit welcher Intention engagieren sich Unternehmen überhaupt in Afrika? Und welche Auswirkungen hat das für die Menschen vor Ort? 

Mehr Information zu den aktuellen Vorträgen sowie Aufzeichnungen vorangegangener Vorträge gibt es unter 
www.volkshochschule.de/verbandswelt/programmbereiche/gesellschaft/stadt-land-welt-web.php.

Darüber hinaus lädt die vhs am Montag, 4. April, um 19 Uhr zu einem kostenlosen Vortrag mit dem Titel „Umweltpolitik: gestern, heute, morgen?“ der digitalen Wissenschaftsreihe vhs.wissen-live ein, der live aus Paris gesendet wird. Das Thema ist nicht neu: Bereits seit Ende der 60er Jahre fordern Klimaaktivist*innen in Europa verstärkte Maßnahmen im Sinne des Umweltschutzes. Angesichts der rasant fortschreitenden Erderwärmung muss Klimaschutz als generationenübergreifende Herausforderung für Politik und Gesellschaft verstanden werden, denn insbesondere für kommende Generationen stellt der Klimawandel eine existenzielle Bedrohung dar. Im Rahmen des Vortrags diskutieren verschiedene Generationen von Aktivist*innen wie Luisa Neubauer und Cyril Dion über ihre Erfahrungen, Visionen und Ideen. 
Cyril Dion ist Schriftsteller, Regisseur und Aktivist. Er war einer der Gründer von Le Mouvement Colibris. Zu seinen Werken gehören der Dokumentarfilm Demain, der 2016 mit einem César ausgezeichnet wurde, und der Roman Imago, der den Prix Méditerranée du premier roman erhielt. 2018 war er Teil der Gruppe, die die französische Regierung wegen ihrer Untätigkeit in Bezug auf den Klimawandel verklagte. 
Luisa Neubauer ist Klimaaktivistin und eine der Hauptorganisatorinnen des Klimastreiks Fridays for Future. Sie ist Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen und Grüne Jugend. Geboren im Jahr 1996, wird sie oft die „deutsche Greta Thunberg“ genannt. 
Der Vortrag findet in Kooperation mit dem Goethe Institut Paris und der Heinrich-Böll-Stiftung France auf Deutsch und Französisch statt.

Anmeldungen nimmt die vhs Paderborn unter www.vhs-paderborn oder 05251/ 88-14300 entgegen.

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