Montag, Oktober 3, 2022
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Webtalk zum „Umgang mit Verschwörungserzählungen“ am 8. Februar

Deutscher Volkshochschul-Verband und Grimme-Institut laden ein 

Die Volkshochschule Paderborn möchte alle Interessierten, aber insbesondere Pädagogen und Pädagoginnen, die mit Jugendlichen arbeiten, auf einen spannenden Webtalk zum Thema „Umgang mit Verschwörungserzählungen” aufmerksam machen, der im Rahmen des Safer Internet Days am Dienstag, 8. Februar, stattfindet.

Soziale Netzwerke und Messengerdienste spielen eine wichtige Rolle für die politische Meinungsbildung in der digitalisierten Gesellschaft. Doch gerade in der Corona-Krise sind sie zunehmend zu einem Umschlagplatz für gefährliche Desinformation und Verschwörungerzählungen geworden – und damit zu einem wichtigen Thema für die Medienpädagogik.

Anlässlich des diesjährigen Safer Internet Day greifen die Zentralstelle für Politische Jugendbildung im Deutschen Volkshochschul-Verband (DVV) und das Grimme-Institut diese Entwicklung auf: In einem Webtalk am Dienstag, 8. Februar, von 16.30 bis 18 Uhr diskutieren Experten und Expertinnen unter dem Titel „Alles eine Verschwörung?“ über den aufgeklärten Umgang mit Messengergruppen, Verschwörungserzählungen und Corona-Leugner*innen.
„Die öffentliche Debatte ist ein zentrales Element unserer Demokratie. Den Volkshochschulen ist es deshalb ein wichtiges Anliegen, eine Debattenkultur zu stärken, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt fördert und Spaltungstendenzen entgegenwirkt. 
Diese Debatte darf kontrovers sein, aber sie muss auch sachlich und faktenbasiert geführt werden“, betont DVV-Präsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer. „Deshalb ist es so wichtig, das Urteilsvermögen gerade junger Menschen zu stärken, damit sie auf der Suche nach Antworten nicht auf Fake News hereinfallen oder sich von Demagog*innen vereinnahmen lassen“, ergänzt der DVV-Vorsitzende Martin Rabanus.
„Verschwörungserzählungen haben stark an Bedeutung zugenommen – als Herausforderung für unsere Demokratie und als Gegenstand von Bildungsbemühungen, auch über den Medienbildungsbereich hinaus“, so Grimme-Direktorin Dr. Frauke Gerlach. Deshalb setze sich das Institut in ganz unterschiedlichen Formaten mit diesem Thema auseinander und „ich befürchte, dass uns Verschwörungserzählungen auch in Post-Pandemie-Zeiten begleiten werden“, so Gerlach weiter.
Die jährliche JIM-Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest belegt die wachsende Bedeutung dieses Lernfelds: 56 Prozent der 12- bis 19-Jährigen gaben an, im Netz auf extreme politische Ansichten zu treffen (plus 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr) und 51 Prozent der Jugendlichen wurden im Netz mit Verschwörungserzählungen konfrontiert (plus 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr).
Auch die neue Bundesregierung sieht dringenden Handlungsbedarf und will sich laut Koalitionsvertrag stark machen gegen Hass im Netz und Verschwörungserzählungen.
Gemeinsam mit dem Grimme-Institut hat der Deutsche Volkshochschul-Verband bereits umfangreiche Materialsammlungen für die medienpädagogische Arbeit gegen Hate Speech, Fake News und Verschwörungserzählungen entwickelt, darunter zwei Modulboxen mit Unterrichtskonzepten.

2022 01 31 Artikelbild Doppelportraet Grimme Institut
Die beiden Talkgästen: die Bürgerrechtlerin und Publizistin Katharina Nocun und Lars Gräßer, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Grimme-Instituts und Mitautor der Modulbox „Politische Medienbildung für Jugendliche.
  Bildrechte: Grimme-Institut

Der Webtalk am Safer Internet Day richtet sich an Menschen aus dem Bildungskontext, pädagogische Fachkräfte sowie alle Interessierten: Thomas Rathgeb, Abteilungsleiter für Medienkompetenz, Programm und Forschung der Landesanstalt für Kommunikation und Mitautor der JIM-Studie, wird in das Mediennutzungsverhalten Jugendlicher einführen – vor allem auch mit Blick auf die Konfrontation und den Umgang mit Verschwörungserzählungen. Wie hierauf zu reagieren ist, soll mit der Bürgerrechtlerin und Publizistin Katharina Nocun diskutiert werden sowie mit Lars Gräßer, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Grimme-Instituts und Mitautor der Modulbox „Politische Medienbildung für Jugendliche. Auf Verschwörungserzählungen reagieren“, die im Auftrag des DVVs entwickelt wurde. Das Gespräch wird moderiert von der freien Journalistin und Moderatorin Susan Djahangard.

Interessierte können sich bis Sonntag, 6. Februar, zum Webtalk anmelden unter politischejugendbildung@dvv-vhs.de
Weitere Informationen zur Veranstaltung unter vhs.link/webtalkSID
Die von der Grimme-Akademie im Auftrag des DVV entwickelte Modulbox ist erhältlich unter www.volkshochschule.de/modulbox-verschwoerungserzaehlungen
Über den Themenschwerpunkt der Grimme-Akademie: www.grimme-akademie.de/themen/aktiv-gegen-hate-speech

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