Mittwoch, September 28, 2022
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Zensus 2022: Welche Fragen werden gestellt und warum?

Paderborn / Wiesbaden. Am 15. Mai ist der Stichtag des Zensus 2022. Die bundesweiten Befragungen starten Mitte Mai und bestehen aus einer Bevölkerungszählung sowie einer Gebäude- und Wohnungszählung. Die Bevölkerungszählung erfolgt auf Basis der Daten aus den Melderegistern und wird durch Stichproben-Befragungen ergänzt.

Wer wird beim Zensus 2022 befragt?

Per Zufallsverfahren werden Anschriften ausgewählt, an denen alle dort lebenden Personen befragt werden. Das sind etwa 10,3 Millionen Bürgerinnen und Bürger in ganz Deutschland. Außerdem werden alle Bewohnerinnen und Bewohner in Wohnheimen und Gemeinschaftsunterkünften gezählt. Die Gebäude- und Wohnungszählung richtet sich an alle 23 Millionen Eigentümerinnen und Eigentümer von Wohnraum.

Was wird gefragt – und warum?

Bei der Bevölkerungszählung gibt es zunächst eine kurze persönliche Befragung: Eine Interviewerin oder ein Interviewer stellt Fragen zu allen Personen im Haushalt, etwa zu Namen, Geschlecht und Familienstand. Das dient der Feststellung der Bevölkerungszahl. Weitere Fragen zu Bildung, Erwerbstätigkeit und Beruf beantworten etwa drei Viertel dieser Befragten über einen Online-Fragebogen. Personen, die nicht online melden können, erhalten einen Papierfragebogen.

Zur Gebäude- und Wohnungszählung des Zensus 2022 erhalten alle Eigentümerinnen und Eigentümer von Wohnraum oder deren Beauftragte postalisch Zugangsdaten für einen Online-Fragebogen. Dort beantworten sie Fragen zu Wohnungsgröße, zum Baujahr, zum Wohnungsleerstand und zu den Gründen dafür, zur Nettokaltmiete, zur Heizungsart und zum Energieträger der Wohnimmobilie. Die Ergebnisse bieten die Datengrundlage, aktuelle Herausforderungen wie beispielsweise den Wohnungsmangel oder die energetische Sanierung faktenbasiert anzugehen. Alle Fragen und Fragebogen können auf zensus2022.de/Musterfragebogen eingesehen werden.

Die Vereinten Nationen empfehlen, die Bevölkerung alle zehn Jahre zu zählen. Mit dem Zensus 2022 nimmt Deutschland an einer EU-weiten Zensusrunde teil. Die Fragen sind im Wesentlichen durch internationale Empfehlungen und die Europäische Union vorgegeben, damit die Ergebnisse vergleichbar sind. Viele Entscheidungen in Bund, Ländern und Gemeinden beruhen auf Bevölkerungs- und Wohnungszahlen. Genaue Bevölkerungszahlen sind das Fundament unserer Demokratie, denn anhand dieser Zahlen werden auch Wahlkreise eingeteilt und Fördergelder beispielsweise zwischen Deutschland und der EU festgesetzt. Der Gesetzgeber fordert eine hohe Genauigkeit und Qualität der Ergebnisse und hat deshalb eine Auskunftspflicht beschlossen.

Warum werden personenbezogene Angaben erfragt und was passiert mit ihnen?

Fragen nach personenbezogenen Angaben wie Name und Geburtsdatum dienen der Durchführung der Statistik. Gesamtprojektleiterin Katja Wilken: “Mit diesen sogenannten Hilfsmerkmalen wird zur Feststellung der Bevölkerungszahl ein statistikinterner Abgleich mit den Melderegisterdaten durchgeführt, um die Über- und Untererfassungen der Melderegister statistikintern zu bereinigen und die Bevölkerungszahlen für Deutschland und einzelne Gemeinden festzustellen.” Die Hilfsmerkmale werden frühestmöglich von den Auswertungsmerkmalen getrennt und gelöscht. Bei der Gebäude- und Wohnungszählung werden Name und Vorname zweier Mieterinnen oder Mieter erfragt. Diese Hilfsmerkmale werden benötigt, um Personen ihren Wohnhaushalten maschinell zuzuordnen (sogenannte Haushaltegenerierung). Damit soll zum Beispiel abgeleitet werden, wie viel Wohnfläche eine Person oder auch eine mehrköpfige Familie im Durchschnitt zur Verfügung hat.

Es gilt strenger Datenschutz: Alle erhobenen Angaben werden ausschließlich anonymisiert ausgewertet und dürfen nicht an Behörden oder Register zurückgespielt werden (sogenanntes Rückspielverbot).

Was wird nicht gefragt?

Behauptungen, dass beim Zensus 2022 Einkommen oder Impfstatus erhoben würden, sind falsch. Diese und andere Falschinformationen und Missverständnisse klärt der Faktencheck auf der Zensus-Website unter zensus2022.de/faktencheck auf.

Weitere Informationen zum Zensus 2022, Factsheets sowie Bilder zum Abdruck finden Sie auf www.zensus2022.de.

Dieser Artikel ist eine Pressemeldung des Statistischen Bundesamtes.

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